Punta Levanto/ Punta del Carlino

Donnerstag, 23. Oktober 2014 | Teil 3

Über eine Treppe gelangen wir hinauf auf die Straße in Richtung Radfahrer-/Fußgängertunnel. Neben diesem besteht die Möglichkeit in den Trail zur Punta Levanto einzusteigen.

Unweit des Tunnel mussten wir wegen des Teddys anhalten und überlegen, was es mit diesem auf sich hatte. Unsere Tochter war ziemlich sicher, dass der Teddy dringend ein neues Zuhause benötigte …

Etwa 30 Minuten soll man bis zum Aussichtspunkt benötigen (länger braucht man wirklich nicht). Der Weg ist mit der rot-weiß-roten Markierung des Alpenvereins versehen. Da soll man gute Kondition mitbringen. Doch die Strecke ist ja eh nur kurz. Beim Blick zurück sieht man ein Stückchen Strand von Bonassola. Links, hinter dem Zweig, ist ein Kap verborgen, die Punta della Madonna. Leider wussten wir nichts von dem sehenswerten Punkt — er wäre sicher einen zusätzlichen Marsch wert gewesen.

076-b-14-48-56Das hölzerne Geländer ist auch ferner noch gut zu erkennen und man sieht ganz klar, wie der Weg verläuft. Ich bin begeistert.

So ein hübscher Anstieg

So ein hübscher Anstieg – ein Anblick, der Vorfreude bringt

Jetzt geht es ein Stückchen rauf.

Viel zu schnell ist der Aussichtspunkt erreicht. Zu gerne wäre ich noch länger hier unterwegs gewesen. Leider ist auch der Weg hier zu Ende. Ein eisernes Gatter verwehrt den weiteren Weg, der nach Levanto führt. Wirklich schade, doch dieses Mal kommt es nicht so überraschend. Als Alternative ist der Fußgängertunnel nach Levanto eingeplant. Wir schauen noch ein bisschen, genießen die Sonne doppelt — immer ist einem ja bewusst, dass es Ende Oktober ist, die Wärme nicht selbstverständlich für uns. Dann machen wir uns auf den Rückweg.

Der Weg erfordert Aufmerksamkeit. Nur beim Innehalten geht unser Blick in die Ferne.

Kann das jemand korrekt übersetzen? Sinngemäß vielleicht:

Langsam kommen und gehen die Wellen, und doch runden sie den harten Stein.

Was La Madonnina anbelangt, die auf dem Foto eher unscheinbar wirkt, begnügen wir uns einstweilen mit einem Video, das ferner auch einen Blick auf unser Erkundungsgebiet dieses Tages bietet:

Da manchmal Rotorblätter zu sehen sind, vermute ich, dass der Film mit der Kamera eines Quadrocopters aufgezeichnet wurde. Aus der Vogelperspektive sieht das ja schon ziemlich beeindruckend aus.

Zurück von unserem kleinen Umweg zur Punta Levanto, machen wir uns auf den Weg nach Levanto. Weiterlesen: Galleria Bonassola – Levanto

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Bonassola | Ort und Strand

23. Oktober 2014 | Teil 2

Wege

Hier also geht es weiter:

Obwohl der Weg auf der Karte gar nicht so klar zu verfolgen ist, legt er sich fast wie von selbst unter die Füße.

037-b-12-33-08Oh, Oliven am Boden! Ob man davon noch welche essen kann?
035-b-12-31-14Zwischen Villen und grünen Grundstücken entlang geht es mit flotten Schritten bergab. Und obwohl wir an Häusern vorbei kommen, begegnet uns niemand.

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Der Strand von Bonassola. Uih, sieht das schön aus.

Den Wegweiser nach Bonassola entdeckten wir eher zufällig. Als mit Hilfe der Wanderkarte klar wird, welchen Weg wir einschlagen müssen, richtet unsere Tochter das Holzschild für den nächsten Ortsunkundigen aus.

Eine weitere Markierung. Beim Anblick der Zitronen setzt gleichzeitig das ärgerliche Bellen eines Hundes ein. Eindringlinge im verschlafenen Ort.

Ein umherschweifender Blick ist zwar unmöglich. Da es jedoch immer kultivierter aussieht, spürt man auch so die Nähe von Bonassola Centro. Wie es hier duftet! Fast hat es etwas Frühlingshaftes.

Siesta in Bonassola

Siesta in Bonassola

Da sind wir auch schon mittendrin in Bonassola. Es hat den Anschein, als wären wir völlig allein im Ort. Man merkt sofort, dass Bonassola nicht zu den Cinque Terre gehört. Was ich jetzt dringend brauche: eine Toilette! Wir werden sehr schnell fündig, ich lasse mich notgedrungen auf das ungewisse Abenteuer ein und werde nicht enttäuscht. Wer auch mal muss, öffnet die Tür. Ansonsten empfehle ich: Schwamm drüber. Der Ort selbst ist wohltuend. Sehenswert und absolut ruhig — zumindest jetzt zum Saisonende in der Region.

Sonderlich bemerkenswert sprudelt es hier nicht, aber vor der hübschen Kulisse schaut man dennoch gerne.

Unerwartet: hier gibt es ein Eis für unser plötzlich verhungerndes Kind zu kaufen.

Ein Blick in die von außen eher unscheinbar wirkende Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria:

058-b-13-47-22Direkt neben der Kirche geht es zum Strand hindurch.

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Meer! Bonassola liegt hinter diesem alten Bahnviadukt — oben verläuft eine Straße mit Parkplätzen — vom Meer getrennt. Während der Badesaison kann man in diesem Strandbereich Liegen und Sonnenschirme mieten. Das klare und sanft schäumende Wasser lockt. Nichts, was noch unsere Schuhe an den Füßen hielte.

Muddi hat alles im Auge und fragt vorsorglich: „Habt ihr eure Socken auch ganz fest nach vorn in den Zehenraum gestopft?“ Ich ernte belustigte Blicke. Hm, haben die etwa noch nie lose mitgeführte Dinge verloren??

Macht jedenfalls voll Laune! Wir haben keine Badesachen dabei, sonst wäre jetzt ein Bad fällig.

Fantastisch. Am Strand sind nur wenige Menschen. Den östlichen Strandbereich haben wir sogar ganz für uns. Während der Saison ist hier richtig was los: Klick

064-b-14-07-21Wir lassen uns Zeit und genießen. Am anderen Ende des Strandes angekommen erinnern wir uns wieder, dass wir hier noch ein weiteres Ziel haben: die Punta del Carlino/ Punta Levanto. Die Füße im Meer sauber spülen, dann hinüber zu dem Steinhaufen schweben und möglichst ohne viel Sandzufuhr in die Schuhe steigen.

Na, das sieht doch gut aus, beide Tochterfüße sind besockt. Plötzlich höre ich hinter mir ein herzhaftes „Scheisssssssse!“ Ich schaue mich ahnungsvoll um …

Er: „Mir fehlt eine Socke!“
„Neeeein?!!“
Verärgert: „Wenn ich’s doch sag!“
„Das kann ja wohl nicht wahr sein?!“
„Die ist nicht dahaa!“
„Gehste ohne Socken“, schlage ich vor.
Empört: „Ich kann doch nicht ohne Socken in die Schuhe!“
„Warum denn nicht?“
Zunehmend ärgerlich und bestimmt: „Ich kann nicht ohne meine Socken in die Schuhe!“

Na toll … Wenn mir jetzt wenigstens nach einem schadenfrohen „Siehste, hab doch gleich gesagt, ihr sollt sie fest in die Schuhe stopfen!“ wäre. Angesichts der nun folgenden zeitaufwändigen Suchaktion hält sich jegliche Form der Freude bei mir in Grenzen. Da wir die gesamte Strandlänge abgelatscht haben, muss auch der ganze Strand nach dem Socken abgesucht werden. Damit es richtig Spaß bringt, hat diese in etwa die gleiche Farbe wie der grobkörnige Sand. Dazu die Ungewissheit, ob der Socken nicht ins Wasser gefallen und längst ins Meer hinausgetragen wurde. Ich sinke ächzend vor Unlust auf einen der kleinen Felsen, während Mann und Tochter in vorbildlicher Cittaslow-Manier losziehen und ihr Glück versuchen. Ich habe keine Lust mich aufzuregen, halte mich lieber auf Distanz und summe wartend „Ommmmm….“ Tatsächlich kehren sie irgendwann mit ihrer Trophäe zurück. Der Socken lag ganz am anderen Strandende, dort wo wir anfangs unsere Schuhe ausgezogen hatten. Hurra.

Weiterlesen: Teil 3 – Punta Levanto/ Punta del carlino

Links

Bonassola (Wikipedia)
Sentiero Verdeazzurro – Grünblauer Weg
Streckenverlauf S.3